Gesprächskreis Juni

Datum: 17. Juni 2021

Uhrzeit: 19:00 Uhr

Ort: Videokonferenz

Gesprächskreis

Dynamischer AgroForst – Alternative in Landwirtschaft und Garten

Zukunftsfähige Alternativen zur aktuellen Methode land- und forstwirtschaftlicher Produktion sind gefordert. Die zunehmende Klimaerwärmung erfordert nachhaltiges Umlenken.

Der Ansatz des Dynamischen Agroforst ist ebenso eine diskussionswürdige Alternative zur aktuellen Landwirtschaft in großem Stil wie auch im eigenen Garten anwendbar.

Wir hörten und sahen  ihren Vortrag und diskutierten mit der Dipl. Agraringenieurin der Internationalen Agrarwirtschaft, Noemi Stadtler-Kaulich (z.Zt. Bolivien)

Diesmal war unsere Runde sehr international besetzt. Neben Noemie, der deutschen Referentin in Bolivien, waren auch noch Jaromir, der schweizer Praktikant am Institut in Bolivien und selbst Freund der NachDenkSeiten sowie unser Ansprechpartner des Gesprächskreises, Frank Tanner, aktuell nördlich des Polarkreises auf den Lofoten (Norwegen) beruflich aktiv, mit dabei. Es war ein für Deutschland offensichtlich sehr junges Arbeitsfeld Thema unseres Abends. Während in Frankreich bereits seit zwei Jahrzehnten die Landwirtschaft sich mit diesem Thema beschäftigt und rund 11% davon nach den Regeln des Akroforst bodenverbessern produktiv sind, gedeit das zarte Pflänzchen in Deutschland vorerst wohl nur in Brandenburg. Es gibt also noch jede Menge Überzeugungsarbeit bei der Politik zu leisten.

Unsere Referentin ist auch promovierte Pädagogin, arbeitet seit vielen Jahren in der Konsultation für ländliche Entwicklung und seit 20 Jahren in der angewandte Forschung, Beratung und Lehre im Bereich Agroforst in Lateinamerika, Europa und Afrika. Sie hat einen  agroforstlichen Forschungsbetriebes Mollesnejta in den Anden von Bolivien aufgebaut: www.mollesnejta.org ,  www.mollesnejta.wordpress.com und ist Initiatorin des Agrofrost-Netzwerkes Espacio COmpartido en Sistemas AgroForestales (ECOSAF) in Bolivien: www.ecosaf.org

Dynamischer Agroforst (DAF) ist eine landwirtschaftliche Produktionsmethode, bei der Nutz- und Begleitpflanzen auf derselben Fläche angebaut werden, wodurch ein dynamisches Pflanzensystem entsteht, bei dem sich die Pflanzen gegenseitig schützen und unterstützen. Große Artenvielfalt und regelmäßiger Pflanzschnitt – das Schnittgut wird als Mulch genutzt – erhöhen Bodenfruchtbarkeit und Bodenwasserspeicherkapazität. Das ideale Nährstoffangebot ermöglicht ein kräftiges Pflanzenwachstum und führt zu gesunden Pflanzen, einem hohen Ertrag und verstärkter Resilienz gegenüber Trockenheit, Krankheiten und Schädlingen.

Weitere Infos zum Thema in Deutschland findet ihr z.B. unter https://agroforst-info.de/

Aktuell hat die Frankfurter Rundschau vom 2.6.21 zum Thema berichtet „Wir haben eine große Chance diesen Wahnsinn zu stoppen.“ https://www.fr.de/panorama/waldmacher-tony-rinaudo-will-unterirdische-waelder-in-afrika-wieder-aufbluehen-lassen-90784771.html

Anlass ist das der Beginn der „UN-Dekade für die Wiederherstellung von Ökosystemen, 2021 – 2030“, welche am Samstag beginnt. https://www.un.org/Depts/german/gv-73/band3/ar73284.pdf