Gesprächskreis August 2019

Datum: 21. August 2019

Uhrzeit: 19:00 bis 22:00

Ort: Rindock's, Johnsallee 64, Hamburg

Gesprächskreis

Mit dem Bielefelder Historiker Christopher Kopper zum Thema: „Deutsche Konzerne in Militärdiktaturen. Das Beispiel VW in Brasilien“.

Wie verhält man sich als deutsches Unternehmen in einer ausländischen Diktatur? Zumal, wenn das Unternehmen wie im Fall VW zu mehr als 20 Prozent dem Land Niedersachsen gehört? Mit Christopher Kopper hatten wir einen spannend-nachdenklichen Abend zu diesem Themenkomplex – nicht nur in Bezug auf VW, sondern auch auf bisher nicht erforschte Geschichte(n)  weiterer deutscher Unternehmen, z.B. in Brasilien,  Argentinien oder China.

Einen kurzen Einblick in die VW-Problematik gibt dieser „tagesschau"-Beitrag vom 20. Mai 2019: „VW betreibt Geschichtsklitterung”. Die VW-Studie selbst gibt es hier.

Ein weiteres Thema war die unterstützenswerte Petition zum Thema Rente: „Rentenkommission darf nicht im Geheimen tagen" – und das staatliche Rentenniveau muss steigen. Die  Petition stammt vom „Seniorenaufstand" um Reiner Heyse.

Gesprächskreis Juli 2019

Datum: 17. Juli 2019

Uhrzeit: 19:00 bis 22:00

Ort: Rindock's, Johnsallee 64, Hamburg

Gesprächskreis

Lesung und Diskussion mit Prof. Dr. Rolf Verleger zum Thema Antisemitismus. Anlass ist sein BuchHundert Jahre Heimatland? Judentum und Israel zwischen Nächstenliebe und Nationalismus" (Westend-Verlag).

Prof. Dr. Rolf Verleger ist Psychologe und Sohn zweier Überlebender der Vernichtung des europäischen Judentums. Von 2005 bis 2009 war er Mitglied im Zentralrat der Juden in Deutschland. Er setzt sich für Gerechtigkeit für Palästina ein.

Zur Vorbereitung empfehlen wir, den Artikel „Ein Land für alle Bürger" in der Freitag zu lesen. Dieser bereitet gut auf das Kernthema vor, den Unterschied zwischen Antizionismus und Antisemitismus.

Außerdem auf den NachDenkSeiten, von Paul Schreyer: „Die Antisemitismus-Falle: Wie ein Begriff manipuliert und entwertet wird".

Gesprächskreis Juni 2019

Datum: 19. Juni 2019

Uhrzeit: 19:00 bis 22:00

Ort: Rindock's, Johnsallee 64, Hamburg

Gesprächskreis

Öffentlich-rechtlicher Rundfunk: Was macht eigentlich ein Rundfunkrat? Darüber diskutierten wir mit NDR-Rundfunkrätin Inka Damerau, die auch Stellv. SPD-Landesvorsitzende ist. Weitere Themen: SPD-Absturz; Konflikt Iran – USA.

Ein Rückblick von Gesprächskreis-Mitglied Udo Fröhlich.

Um das Ergebnis vornweg zu nehmen. Es war ein lebhafter Abend mit einer sehr offenen Gesprächsatmosphäre und der Bereitschaft, den begonnenen Dialog zukünftig fortzusetzen.

„Ich bin als Rundfunkrätin eine Vertreterin von 58 Mitgliedern, die in diesem NDR-Gremium die Vielfalt unserer Gesellschaft widerspiegeln.“ Inka Damerau war erkennbar neugierig auf den Dialog mit dem Hamburger Gesprächskreis der als medienkritisch geltenden NachDenkSeiten. „Ich will gerne andocken und in einen guten Dialog treten“, bekundete sie gleich zu Beginn. Sie beschrieb eindrücklich die Herausforderungen des öffentlich-rechtlichen Senders durch „Digitalisierung, Globalisierung und Individualisierung“. Die historisch gewachsenen Ressort-Strukturen träfen auf sich sehr dynamisch verändernde gesellschaftliche Prozesse. Die neuen digitalen Medien seien eine Herausforderung an den in hergebrachten Tages-Programm-Schemata „linear produzierenden“ Sender.

Es überraschte ein wenig, als sie in der Runde nach der Akzeptanz der Öffentlich-Rechtlichen fragte. Weit überwiegend gibt es nämlich eine Grundsympathie mit diesem nicht auf kommerziellen Erfolg angewiesenen Rundfunksystem. „Ein Horror für unsere Demokratie, wenn wir nur noch kommerzielle Medienunternehmen im Angebot hätten“, war eine Antwort an sie. Und auch wenn an diesem Abend eigens Kritiker der Pflicht zur Finanzierung der Sender das Gesprächsangebot angenommen haben, auch die Kritik wird in unserer Runde im Grundsatz als solidarischer Beitrag verstanden. „Es ist doch eher enttäuschte Liebe“, wenn durchaus aufmerksam und penetrant auf Fehlentwicklungen, journalistische Fehlleistungen und unausgeschöpfte Potentiale des Öffentlich-Rechtlichen verwiesen werde, lautete eine Erklärung.

Deshalb auch die Aufforderung an Inka Damerau, darauf hinzuwirken, dass auch der NDR sich „sehr viel stärker als Bühne zur Präsentation der auch weltanschaulich vielfältigen Positionen und Entwicklungen in der Gesellschaft“ verstehe. Es gelte, nicht unter Quotenzwang der Monstranz „Akzeptanz“ hinterher zu laufen, was nur zur Reproduktion des Mainstream führe. Schon gar nicht gelte es, einen Meinungskorridor durchzudrücken, was insbesondere kritisch zur außen- und sicherheitspolitischen Berichterstattung angemerkt wurde. Vielmehr sollte den Zuschauer*innen und Zuhörer*innen die Informationsbasis für eine eigene Meinungsbildung zur Verfügung gestellt werden. Für die journalistischen Mitarbeiter*innen des Senders gebe es zweifelsfrei auch unter diesem Aspekt zukünftig jede Menge Arbeit. Die möglichen herausragenden Merkmale des Öffentlich-Rechtlichen seien „Aufklärung, Neugierde und eben nicht auf der Seite der Mächtigen zu stehen, sei es in Wirtschaft oder Politik“.

Weitere Themen: Absturz der Sozialdemokratie

Zum Abschluss des Abends ergriffen wir die Gelegenheit, mit unserem prominenten Gast, die Stellvertretende SPD-Landesvorsitzende in Hamburg ist, über den fortgesetzten Absturz der Sozialdemokraten zu reden. Inka Damerau sieht die Ursachen nicht allein im Versagen einzelner Vorsitzender. Vielmehr zahle die SPD den Preis für einen Strategiewechsel im neoliberalen Mainstream. Die Hartz-IV-Gesetze haben dabei einen Paradigmenwechsel eingeleitet, der dimensional das Menschenbild verändert habe. Das eigentlich Postulierte eines gutes Sozialmodells mit der Zusammenführung von Sozial- und Arbeitslosenhilfe wurde durch ordnungspolitische Restriktionen und Sanktionen konterkariert. Das sei auch nicht allein mit einem Ausstieg daraus wieder korrigierbar, wenngleich dieser notwendig sei. Schließlich habe die Fortsetzung neoliberalen Denkens auch beim eigenen politischen Personal die SPD flügellahm werden lassen. Gleichwohl warb sie für einen konstruktiv-kritischen Diskurs aller Beteiligten. Die Zeit dafür laufe dramatisch schnell ab.

Konflikt Iran – USA

Zu Beginn des Abends haben wir – wie immer – auch ein tagesaktuelles Thema kurz erörtert. Der Konflikt zwischen Iran und den USA ließ uns alternative Szenarien austauschen. Die Themenpalette reichte vom „kurz bevorstehenden kriegerischen Konflikt mit unabsehbaren geografischen und zeitlichen Ausbreitungen“ bis zu „taktisch motivierten hinhaltenden Eskalationen hin zur US-Präsidentenwahl in 2020“ („Nie hat das amerikanische Wahlvolk einen im Krieg stehenden Präsidenten fallen lassen.“).

Einig waren sich alle Gesprächsteilnehmer*innen in der Hoffnung, dass ein Anti-Kriegs-Protest in der bundesrepublikanischen Öffentlichkeit noch organisiert werde könne. Hingewiesen wurde auf die am Samstag, 29. Juni, 13:00 Uhr, in Ramstein-Miesebach startende Protestdemonstration gegen den Betrieb der US-Airbase Ramstein, von der aus bzw. über die mögliche Kriegshandlungen gegen den Iran logistisch geführt werden könnten.

 

Gesprächskreis Mai 2019

Datum: 15. Mai 2019

Uhrzeit: 19:00 bis 22:00

Ort: Rindock's, Johnsallee 64, Hamburg

Gesprächskreis

Gesprächskreis at its best: Wir hatten Gelegenheit, einen jungen Vertreter von Fridays For Future Hamburg kennenzulernen. Andreas Schnor war so freundlich, uns souverän die 1000 Fragen zu beantworten, die der weltweite Erfolg der Klimaschutzbewegung aufwirft. Austausch von allen Seiten, wieder viel dazugelernt, ein sehr motivierender Abend!

Weiteres Thema war die Europawahl und ihre Zuspitzung auf „Alle gegen Rechts". Gibt man den Rechten damit nicht Auftrieb? Und was ist mit den Demokratiedefiziten der EU – die mit zum Erstarken des Rechtspopulismus geführt haben? Nach der Wahl im Juni werden wir darüber sicherlich erneut diskutieren.

 

Gesprächskreis April 2019

Datum: 17. April 2019

Uhrzeit: 19:00 bis 22:00

Ort: Rindock's, Johnsallee 64, Hamburg

Gesprächskreis

Was steht 2019 in der Friedenspolitik an? Worum geht es in der aktuellen Kampagne von Stopp Airbase Ramstein? Welche Themen werden friedenspolitisch an Wichtigkeit gewinnen?

Kurz vor dem Ostermarsch gab uns Gunda Weidmüller hierzu ein Input, über das wir eifrig diskutierten. Viel Zustimmung gab es zu der Aussage: „Globale Gerechtigkeit ist das Ziel.“ Frieden ist eine Meta-Aufgabe, es geht um universale Werte. Jeder muss sich nach Bündnispartnern umsehen. Eine Sammlungsbewegung könnte auch vom Frieden ausgehen… Super Abend, super Referentin – vielen Dank!

Kommende Veranstaltungen zum Thema:

22.5. Info-Abend zum US-Militärstützpunkt Ramstein, von Hamburger Forum und Attac Hamburg, Werkstatt 3, Nernstweg 32-34, 19.00 Uhr

26.5., 15.00 Uhr: Anti-Kriegsstück als szenische Lesung mit Musik: „Krieg? Ohne uns! – Desertion und Militärstreik im Ersten Weltkrieg“. Ort: Deserteursdenkmal am Stephansplatz.

22.-30.6. Friedenscamp in Ramstein: #Stopp Air Base Ramstein.

Läuft bereits:

Protest gegen den Atomwaffen-Stützpunkt Büchel (Rheinland-Pfalz). Kampagne & Aktionen von über 50 Organisationen. Ein Highlight: Kirchlicher Aktionstag am 7.7. mit Margot Käßmann.

Und außerdem, weil bezahlbar wohnen friedlich macht:

4.5. Mieten-Move Hamburg. Demo für bezahlbaren Wohnraum. 13.00 Uhr Rathausmarkt.

 

Gesprächskreis März 2019

Datum: 20. März 2019

Uhrzeit: 19:00 bis 22:00

Ort: Rindock's, Johnsallee 64, Hamburg

Gesprächskreis

Aufstehen, FridaysForFuture, Gelbwesten und SaveTheInternet-Demos: Angesichts der aktuellen sozialen Bewegungen diskutierten wir über die schwierige Selbstorganisation von Initativen. Die große Frage lautet, wie man sich auf der Meta-Ebene zusammenbringen kann – durch Veranstaltungen, Kampagnen, Vernetzung. Und, nicht zu vergessen: mithilfe alternativer Medien.

Was zerstört hoffnungsvolle Bewegungen, was hält sie klein, vereinnahmt, lähmt, diskreditiert oder korrumpiert sie? Zu diesem Thema werden wir voraussichtlich im Frühjahr einen eintägigen Workshop machen. Ziel ist es, selbst durch Veranstaltungen zur besseren Vernetzung beizutragen.