Goldene Blendgranate 2017 – International

Die närrische Woche des Neoliberalismus

Unser Gesprächskreis vergibt die „Goldene Blendgranate 2017 – International“ an die US-Präsidentin in spe a.D., Hillary Clinton für ihre Wahlkampfmanipulation im US-Präsidentschaftswahlkampf 2016/17.

Hillary Clinton manipulierte ihren Vor-Wahlkampfsieg gegen Bernie Sanders. Und als sie anschließend gegen Trump verlor, lenkte sie die Aufmerksamkeit auf „russische Hacker“. Sie verdeckte damit ihre Chancenlosigkeit gegen Trump und ihren Betrug an ihrem Konkurrenten Bernie Sanders.

Dirty Campaigning

Im US-Wahlkampf zog das neoliberale Establishment um Hillary Clinton alle Register, um ihren „sozialistischen“ Konkurrenten Bernie Sanders abzuservieren.

Das „Dirty Campaigning“ reichte bis nach Deutschland: Anstatt Clintons schmutzige Methoden zu entlarven, unterstützten deutsche Leitmedien sie bei der Legendenbildung. Einmal eingeführt, bedrohten die „russischen Hacker“ gar den bundesdeutschen Bundestagswahlkampf. Bis nach der Wahlentscheidung kleinlaut eingeräumt wurde, dass es wohl keine russischen Hackerangriffe gegeben habe.

Hillary Clintons Wahlkampf zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, unabhängige Medien wie die NachDenkSeiten zu lesen.

Offenbar schrecken Politik, Wirtschaft und Medien vor nichts zurück, um die weltweit vorherrschende Politik des Neoliberalismus durchzusetzen. Diese steht für Privatisierung, Deregulierung und Sozialstaatsabbau.

Um unliebsame Gegner loszuwerden, wurden der Wahlkampf und die Berichterstattung im Sinne neoliberaler Eliten manipuliert und dies gekonnt vertuscht. So wurde erfolgreich Bernie Sanders als Gegenkandidat gegen den Republikaner Donald Trump verhindert, womit der Weg des Multimilliardärs und welterfolgreichsten Twitterers ins Weiße Haus frei war. Vorbei an der Grande Dame des Washingtoner Establishments, der New Yorker Wallstreet und des US-Militärkomplexes.

Für ihre blendende Performance gebührt Hillary Clinton deshalb kein geringerer Preis als die „Goldene Blendgranate 2017“.

 

 

 

Lesen Sie im Folgenden, welche Methoden Hillary Clinton anwendete.

Hillarys schmutzige Tricks

Um die Meinungen der Wähler zu manipulieren, griff Clintons Team auf mieseste Techniken des Gegnerangriffs zurück. Methoden, wie sie im Buche stehen.

  • Partei-Ausschluss von Sanders-Befürwortern

Weil sie angeblich Unterlagen falsch ausgefüllt hatten, wurden auf dem Vorwahl-Parteitag der Demokraten im Bundesstaat Nevada mehr als 50 Sanders-Anhänger vom Nominierungsverfahren ausgeschlossen.

  • Störmanöver auf Sanders’ Parteitagen

Bewusst erzeugtes Chaos führte dazu, dass Sicherheitskräfte eingreifen mussten. Dabei wurden Bilder erzeugt, die Sanders’ Anhänger gewalttätig aussehen ließen.

  • Schuldzuweisung in der neoliberalen Presse

Nach den Störmanövern verleumdeten Clinton-treue Blätter wie die New York Times, Sanders’ Anhänger wären schuld am Chaos. Durch Lügen, Weglassungen und manipulative Bilder, die an autoritäre Regime erinnern.

  • Manipulation von Abstimmungen

Auf dem Nevada-Parteitag ließ die Clinton-treue Parteiführung verfrüht über obskure Parteitagsregeln abstimmen, obwohl noch nicht alle Delegierten anwesend waren. Forderungen nach Neuzählung – abgeschmettert!

  • Dem Gegner Licht und Mikro entziehen

Die ganz billige Tour: In Nevada wurden Licht und Mikrofon ausgeknipst, um die Sanders-Fraktion an der Ausübung ihrer Rechte zu hindern.

  • Wahllokale nicht eröffnet

In Arizona, einem Staat mit hohem Sanders-Stimmenanteil, wurden Wahllokale nicht eröffnet. In New York wurde die Vorwahl zur „geschlossenen Veranstaltung“ erklärt, so dass Sanders-Anhänger nicht kommen konnten.

  • Vorwahlen verfrüht für beendet erklärt

Obwohl der Wahlgang im bevölkerungsreichen Kalifornien noch ausstand, erklärte das Clinton-Team die Vorwahlen einfach für beendet.

  • Plötzliche Raumwechsel bei Abstimmungen

In einigen Fällen wurde ein kurzfristiger Raumwechsel anberaumt. Dieser wurde nur bestimmten Delegierten bekanntgegeben und kritische Abgeordnete so ausgeschlossen.

  • Entzug des Secret-Service-Schutzes für Sanders

Eine Einschüchterungsmethode: Denn der Entzug des Sicherheitsschutzes kam für Sanders einer Drohung nahe.

  • Weitere Manipulationen

Dazu zählen die Säuberung von Wählerlisten, Ausfälle von Wahlmaschinen und extreme „Warteschlangen“ am Wahltag.

Nach der Niederlage gegen Donald Trump: Schuldzuweisung an „russische Hacker“

Die Demokraten unterstellten Putin, Schuld an der Niederlage zu sein und Trump unterstützt zu haben. Was von deutschen „Leitmedien“ begierig aufgenommen wurde. U.a. machten Spiegel, Focus, stern und Die Zeit dabei mit, angeblichen russischen Cyberangriffen die Schuld in die Schuhe zu schieben.

Das Perfide: Die Fokussierung auf russische Hacker lenkte auf plumpeste Art und Weise davon ab, wie sehr man Bernie Sanders’ Wahlkampf im Vorfeld manipuliert hatte.

Im Rückblick erscheint die Trickserei des Clinton-Clans um so dramatischer, da man davon ausgehen kann, dass ein Bernie Sanders – frei vom Dünkel des Washingtoner Polit- und New Yorker Finanz-Establishments – beste Chancen gehabt hätte, einen Präsidenten Donald T. (witter) Trump zu vermeiden.

Neuesten Vorwürfen zufolge hat Hillary Clinton übrigens auch den eigenen Parteiapparat korrumpiert.  Im August 2015 befanden sich die Demokraten in finanziellen Schwierigkeiten. Als Gegenleistung für hohe Spenden soll Clintons Team die Kontrolle über Strategie und Personal in der Parteizentrale erhalten haben.

Lesen Sie ab 11.11.: „Goldene Blendgranate 2017 – Kategorie: National

Hintergrundartikel:
10 Years After the Crash: Die Papageien des Neoliberalismus

 

Text: Ulrike Sumfleth, Udo Fröhlich
Grafik: Sebastian Fischer
Foto: U.S. Department of State via VisualHunt

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